Warum es Mindestmengen gibt
Jede Serienproduktion hat Fixkosten, die unabhängig von der Stückzahl anfallen: Entwicklung und Musterbau, Gussformen oder Stanzwerkzeuge, das Einrichten von Maschinen, Veredelungschargen und Prüfungen. Auch Vormaterial wie Ketten, Verschlüsse oder Steine kaufen Hersteller selbst in Mindestmengen ein. Die MOQ ist der Punkt, an dem sich diese Kosten auf genügend Stücke verteilen, damit der Stückpreis zum geplanten Verkaufspreis passt.
Was die Mindestmenge beeinflusst
| Faktor | Wirkung auf die MOQ |
|---|---|
| Neuentwicklung oder bestehendes Modell | Ein angepasstes Bestandsmodell braucht meist deutlich weniger Stück als eine Neuentwicklung mit eigenem Werkzeug. |
| Fertigungsverfahren | Guss, Stanzen und Laserschnitt haben unterschiedliche Rüst- und Werkzeugkosten. |
| Veredelung | Vergoldung oder PVD-Beschichtung in einer Sonderfarbe wird in Chargen gefahren. |
| Farb- und Steinvarianten | Jede Variante zählt oft als eigene Ausführung mit eigener Mindestmenge. |
| Verpackung in eigener CI | Bedruckte Etuis und Boxen haben eigene, oft höhere Mindestmengen als der Schmuck selbst. |
| Personalisierung | Eine Logo-Gravur oder ein eigener Anhänger erhöht den Rüstaufwand, nicht unbedingt die Mindestmenge. |
| Bei Uhren: eigenes Gehäuse oder Zifferblatt | Ein bestehendes Gehäuse mit eigenem Zifferblatt braucht weniger Stück als eine eigene Gehäuseform; auch Werk, Glas und Armband haben eigene Mindestmengen. |
Typische Fehler bei der Planung
- MOQ pro Auftrag statt pro Modell rechnen. Zehn Modelle in je drei Farben sind dreißig Ausführungen.
- Verpackung vergessen. Die Mindestmenge der Etuis entscheidet manchmal über die gesamte Auftragsgröße.
- Nur auf den niedrigsten Stückpreis schauen. Eine höhere Menge senkt den Stückpreis, bindet aber Kapital und Lagerfläche.
So handhaben wir das bei Aviano
Wir nennen keine pauschale Mindestmenge für alle Projekte, sondern klären sie nach Ihrem Briefing pro Modell und Ausführung. Für einfache Anpassungen bestehender Modelle sind kleinere Mengen möglich; komplette Neuentwicklungen benötigen höhere Mindestmengen. Konditionen pro Modell, Mengenstaffeln und die Logik für Nachbestellungen legen wir vor der Freigabe verbindlich fest.
Häufige Fragen
Kann man die Mindestmenge auf mehrere Farben verteilen?
Das hängt davon ab, an welcher Stelle die Farbe entsteht. Wird nur die Veredelung variiert, lassen sich Grundteile oft gemeinsam fertigen. Bei unterschiedlichen Steinen oder Emaillefarben zählt meist jede Variante einzeln.
Ist eine niedrige MOQ immer günstiger?
Nicht unbedingt. Kleine Mengen bedeuten einen höheren Anteil an Fixkosten pro Stück. Für Testaktionen ist das oft sinnvoll, für das Dauersortiment selten.
Gilt das auch für Uhren?
Ja. Bei einer eigenen Uhrenlinie gibt es keine einheitliche Mindestmenge; sie hängt von Modell, Komponenten und Entwicklungsaufwand ab. Mehr dazu unter Private-Label-Uhr.
Gilt die Mindestmenge auch für Nachbestellungen?
Häufig ja, weil auch eine Nachproduktion Rüst- und Chargenkosten verursacht. Bei bestehenden Werkzeugen entfällt aber der Entwicklungsaufwand.