LEXIKON / ZUSAMMENARBEIT

Private Label, White Label, OEM und ODM

Kurz erklärt

Bei Private Label und White Label erscheint Schmuck unter der Marke des Händlers. Private Label wird für einen Auftraggeber entwickelt oder angepasst, White Label ist ein Standardmodell, das mehrere Anbieter mit eigenem Logo verkaufen. OEM und ODM beschreiben dagegen, wer das Design liefert: der Auftraggeber (OEM) oder der Hersteller (ODM).

Die vier Modelle im Vergleich

Modell Wer liefert das Design? Exklusiv? Aufwand für den Auftraggeber
OEM (Original Equipment Manufacturing) Auftraggeber Ja Hoch: Entwürfe und technische Angaben
ODM (Original Design Manufacturing) Hersteller Nach Vereinbarung Mittel: Auswahl, Anpassung, Freigabe
Private Label Hersteller oder gemeinsam Ja, für diesen Kunden Mittel
White Label Hersteller, Standardmodell Nein Gering: Logo und Verpackung

In der Praxis überschneiden sich die Begriffe. Viele Private-Label-Projekte sind ODM-Projekte, bei denen der Hersteller Entwürfe liefert und sie an die Marke des Kunden anpasst.

Worauf es bei der Wahl ankommt

  • Rechte am Design. Klären Sie vertraglich, wem die Entwürfe gehören. Bei eigenen Entwürfen bleibt das Design in der Regel beim Auftraggeber, bei Entwürfen des Herstellers wird die Nutzung meist lizenziert.
  • Exklusivität. Wer sein Sortiment von Wettbewerbern abgrenzen will, braucht Exklusivität für Modell, Farbe oder Vertriebskanal.
  • Verantwortung. Unabhängig vom Modell muss feststehen, wer als rechtlicher Hersteller für Produktsicherheit, Kennzeichnung und Dokumentation geradesteht.
  • Zeit und Budget. White Label ist am schnellsten verfügbar, eine OEM-Neuentwicklung braucht am längsten.

So handhaben wir das bei Aviano

Unser Geschäftsbereich Aviano Studio bündelt die Entwicklung im Auftrag: vom Briefing über Muster und Freigaben bis zur Verpackung in Ihrer CI und zur Auslieferung. Je nach Projekt kommen individuell entwickelte Modelle oder geeignete bestehende Modelle mit Ihrem Logo infrage. Bestehende Modelle mit Ihrem Logo sind der schnellste Weg und lassen sich mit einer eigenen Verpackung kombinieren. Dasselbe Prinzip gilt für Uhren, siehe Private-Label-Uhr. Sie behalten die Markenverantwortung; Aviano übernimmt als rechtlicher Hersteller die Produkt- und Compliance-Verantwortung.

Häufige Fragen

Ist Private Label dasselbe wie eine Eigenmarke?

Weitgehend ja. Eigenmarke oder Handelsmarke beschreibt die Sicht des Händlers, Private Label die Fertigungsseite.

Kann ich mit angepassten Bestandsmodellen starten und später exklusiv werden?

Ja. Ein häufiger Weg ist, mit angepassten Bestandsmodellen zu testen und erfolgreiche Linien später exklusiv weiterzuentwickeln.

Wer gilt bei Private-Label-Schmuck als Hersteller?

Wer ein Produkt unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt, kann rechtlich als Hersteller gelten. Deshalb sollte vertraglich geregelt sein, wer diese Rolle übernimmt.

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Zuletzt aktualisiert am 18.10.2026

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