LEXIKON / UHRENTECHNIK

Wasserdichtigkeit von Uhren

Kurz erklärt

Die Wasserdichtigkeit gibt an, welchem Prüfdruck ein Uhrengehäuse standhält, ohne dass Wasser eindringt. Sie wird in bar oder ATM angegeben und nach Normen wie DIN 8310 oder ISO 22810 geprüft. Die Zahl beschreibt einen Prüfdruck, keine erlaubte Tauchtiefe.

Was die Angaben bedeuten

Ein bar entspricht etwa dem Druck einer zehn Meter hohen Wassersäule. Weil beim Schwimmen, Springen oder unter der Dusche zusätzliche Kräfte und Temperaturwechsel wirken, ist die Angabe als Prüfdruck zu verstehen und nicht als Tiefe, bis zu der die Uhr getragen werden kann (WatchTime).

Angabe Übliche Einordnung im Alltag
wasserdicht ohne Druckangabe / 3 bar Spritzwasser, Regen, Händewaschen
5 bar Duschen möglich, kein Schwimmen
10 bar Schwimmen
20 bar und mehr Wassersport; Taucheruhren werden nach eigener Norm geprüft

Die Einordnung folgt gängigen Übersichten, etwa bei Wikipedia: Wasserdichtigkeit. Für die Produktkommunikation sollten Sie eine einheitliche Tabelle verwenden und sie in Anleitung, Onlineshop und Verpackung gleich formulieren.

Was die Wasserdichtigkeit beeinflusst

  • Gehäuseboden: Ein verschraubter Boden dichtet meist besser als ein Druckboden.
  • Krone und Drücker: Sie sind die häufigsten Schwachstellen, besonders bei Chronographen.
  • Dichtungen: Sie altern und sollten bei jedem Batteriewechsel geprüft werden.
  • Uhrglas: Sitz und Verklebung oder Pressung des Glases im Gehäuse.
  • Armband: Leder verträgt Wasser schlecht, auch wenn das Gehäuse dicht ist.

Typische Fehler in Projekten

  • Zu hohe Erwartungen wecken. „30 m“ auf dem Boden wird oft als Tauchtauglichkeit missverstanden.
  • Leder und hohe bar-Werte kombinieren. Das Armband begrenzt dann den Einsatz, nicht das Gehäuse.
  • Angabe ohne Prüfung. Die Wasserdichtigkeit sollte an Mustern und stichprobenweise in der Serie geprüft werden.

So handhaben wir das bei Aviano

Aviano setzt Uhren in allen gängigen Wasserdichtigkeitsstufen um, von 3 bar bis 20 bar und mehr. Für Taucheruhren gelten eigene Normanforderungen, die wir im Projekt gesondert prüfen. Die gewünschte Wasserdichtigkeit legen wir vor der Umsetzung fest und prüfen sie auf Machbarkeit. Sie bestimmt Gehäusebau, Boden, Krone und Armbandwahl mit. Die Freigabe erfolgt an physischen Mustern, die Angaben auf Gehäuseboden, Anleitung und Verpackung stimmen wir mit Ihnen ab.

Häufige Fragen

Ist 3 bar zum Schwimmen geeignet?

Nein. 3 bar beziehungsweise „wasserdicht“ ohne Druckangabe steht im Alltag für Spritzwasser und Regen, nicht für Schwimmen.

Bleibt eine Uhr dauerhaft wasserdicht?

Nicht automatisch. Dichtungen altern, und nach einem Batteriewechsel muss das Gehäuse wieder korrekt verschlossen werden.

Was bedeutet ATM?

ATM steht für Atmosphären und wird praktisch gleichbedeutend mit bar verwendet.

Verwandte Begriffe

Zuletzt aktualisiert am 18.10.2026

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